Jun 1, 2012

-534-

“I have told myself you are not allowed to hurt me anymore. That’s what hurts the most.”

Was für ein Tag!
Erst streite ich mich richtig mit dem Lieblingsfinnen, dann versöhnen wir uns wieder und dann schreibt mir der Wortkünstler plötzlich, er würde mich noch immer lieben - nach 6 Monaten Beziehungsende.
Und ich habe keine Ahnung, was das soll oder was ich darüber denken soll. Wieso gerade jetzt? Und wieso überhaupt?
Ich denke nicht, dass ich ihm das noch glauben kann. Oder will.
Eigentlich will ich überhaupt nicht darüber nachdenken. Und eigentlich sollte es mir egal sein.
Aber warum verwirrt es mich dann so?

May 30, 2012

-533-

Seit heute ist die Liste der angenommenen Studenten offiziell auf der Homepage der Uni online und obwohl dort dick und fett mein Name steht, kann ich es noch immer nicht glauben.
Ich bin ab August tatsächlich Studentin und kann endlich das machen, was ich mir schon seit Jahren gewünscht habe.

Ich werde in Helsinki, meiner Herzensstadt, wohnen und ich werde den Dom sehen können, wann immer ich will.
Vielleicht muss ich dann nur in die Metro oder die S-Bahn steigen und kann im Forum einkaufen gehen. Oder mit dem Schiff am Wochenende nach Suomenlinna fahren, eine Decke einpacken und am Meer sitzen.
Ich muss nicht mehr monatelang darauf hinfiebern, sondern ich werde all das tun können, wann immer mir danach ist. Wenn ich will, kann ich jeden Tag durch die wunderbaren, weiten Straßen laufen und die Möwen kreischen hören.
Ich werde am Meer wohnen!
Das ist beinah zu schön, um wahr zu sein.
Ich bin so gespannt, wo ich wohnen werde und ich freue mich jetzt schon darauf, mein WG-Zimmer einrichten zu können. Ich freue mich sogar auf meine zukünftige Mitbewohnerin (oder Mitbewohnerinnen) - und das soll was heißen!

Andererseits bedeutet das alles natürlich auch, Verantwortung für mein eigenes Leben zu übernehmen und selbstständig zu werden. Wenn ich in Finnland wohne, wird keine Mama mehr da sein, die mal eben vorbeikommen kann. Ich werde mich in Zukunft ganz allein um meine Angelegenheiten kümmern müssen.
Ein bisschen macht mir das Angst, aber andererseits wird es mir sicher auch gut tun.
Ich hoffe, dass ich an all den Dingen, die auf mich zukommen, wachsen kann. Dass ich viele neue Dinge lerne und erwachsener werde. Und vor allem hoffe ich, dass ich mutiger sein kann und öfter einfach mal über meinen Schatten springe, ohne immer so viel nachzudenken. Und dass ich viele neue Leute kennenlerne und gute Freunde finde.
Ich gehe nicht nach Finnland und bilde mir ein, dass dort immer alles perfekt laufen wird. Probleme wird es auch dort geben und genau so wie hier auch, wird es mal gute und mal schlechte Tage geben. Ich werde mich sicher immer wieder überwinden müssen und einfach ins kalte Wasser springen.
Es wird ein großes Abenteuer und bestimmt auch nicht immer leicht - aber ich freu mich darauf.


Der Dom.


Auf Suomenlinna


Forum

[Copyright: Meergefluester.]

Der Mai in Bildern









Viel Kaffee. Sommerliche Fingernägel. Konstanz. Spazieren gehen über die Felder. Viele, viele Umzugskisten. Noch mehr Kaffee. Autofahren. Zu viel Geld ausgeben. Zeit mit Freunden verbringen und den Sommer genießen. Das letzte Mal in der alten Wohnung. Den Studienplatz feiern. Neue Wege einschlagen. Glücklich sein.

May 29, 2012

-532-


via*

Eine deutsche Mitbewerberin von mir, die ich bei der Aufnahmeprüfung an der Uni kennengelernt habe und die sich für den gleichen Studiengang beworben hat wie ich, hat heute schon Bescheid bekommen, dass sie angenommen wurde.
Da ich noch gar nichts gehört hatte, es aber nicht mehr länger aushalten konnte, habe ich einfach im Sekretariat der Schule angerufen und nachgefragt - und gezittert wie Espenlaub. Ich hätte beinahe den Telefonhörer gar nicht halten können vor lauter Angst.
Die Dame am anderen Ende der Leitung war wirklich nett, aber dann verstand sie erst meinen Namen nicht richtig, weil die Verbindung so schlecht war, und dann dauerte es eine halbe Ewigkeit, bis sie mich in den Computer eingegeben und meine Daten herausgesucht hatte. Und ich konnte die ganze Zeit über nicht atmen, weil ich dachte ich falle um.
Und dann sagte sie: "Yes, you got admitted. Congratulations!" und ich war wie auf Wolken. Ich konnte es gar nicht glauben! Also hab ich mich freundlich bedankt, aufgelegt und erst als ich meine Mama im Flur stehen sah, kam dann alles raus und ich habe das halbe Haus zusammengeschrien und vor Freude geweint. Wir sind wie die Irren durch die ganze Wohnung gesprungen :D
6000 Bewerber, fast 400 beim Aufnahmetest, 40 werden angenommen.. und ich habe den Studienplatz!

Ich werde tatsächlich in genau 2 Monaten nach Finnland gehen, um dort zu leben und zu studieren. Das sind nur noch 8 Wochen! Oh mein Gott, oh mein Gott, oh mein Gott. Gerade hat sich so eben mal mein allergrößter Traum erfüllt. Seit 10 Jahren möchte ich nach Finnland und jetzt hat es geklappt! Ich kann es kaum fassen, das alles fühlt sich noch immer an wie ein Traum.
In den nächsten Tagen bekomme ich den Acceptance Letter per Post und dann kann ich es in meinen Händen halten und es vielleicht auch wirklich glauben.
Und wenn ich denke, was für eine riesengroße Angst ich vor der Aufnahmeprüfung hatte und dass ich mir am Abend vorher sogar noch überlegt habe, gar nicht hinzugehen... Da sieht man doch mal wieder, dass es sich wirklich lohnt, seine Angst zu überwinden.
Wenn ich mich nicht getraut hätte, dann hätte ich den Studienplatz niemals bekommen!
Ich bin so glücklich und so froh und auch ziemlich stolz auf mich, dass ich das geschafft habe :)

Für eine Wohnung habe ich mich dann heute auch sofort beworben, da die ja heissbegehrt sind. Ich habe mich dafür entschieden, erstmal in eine WG zu ziehen, weil das erstens billiger ist und zweitens die Chancen überhaupt ein Zimmer zu bekommen erheblich höher sind. Trotzdem sind es bis August nur 2 Monate und ich hoffe wirklich, dass ich bis dahin etwas kriege. Die Zeit ist knapp!
Aber jetzt denken wir mal positiv. Bisher hat ja immer alles wunderbar geklappt :)

Ich bin gerade der glücklichste Mensch der Welt! Das hier fühlt sich so verdammt richtig an.
I didn't know it was possible to feel this great about something.

May 28, 2012

-531-


via*

Ich weiß leider noch immer nicht, ob ich den Studienplatz habe oder nicht. Eigentlich hatte ich gehofft, dass ich am Samstag Bescheid bekomme, aber nun zieht es sich wohl doch noch bis Dienstag hin und das ganze Warten ist alles andere als schön.
Ich will nicht länger warten, ich will endlich wissen, ob ich angenommen bin, damit ich aufhören kann zu hibbeln und mir Gedanken zu machen.
Was ich aber süß finde ist, wie meine Familie mit mir mitfiebert.
Mein Bruder schreibt mir mindestens einmal am Tag SMS, ob ich schon etwas gehört habe und meine Oma ruft auch ständig an, um zu fragen, was es Neues gibt. Meine Mama ist mindestens genau so nervös wie ich, meine Tante ruft aus einer anderen Stadt an und Jana sagt mir jeden Tag, dass sie einfach weiß, dass ich angenommen werde.
Sie alle wünschen mir wirklich von ganzem Herzen, dass ich den Studienplatz bekomme und das tut so gut. Es macht mir bewusst, dass sie mich wirklich lieben und nur das Beste für mich wollen, weil sie möchten, dass ich glücklich bin.
Es ist schön, das zu sehen.
Nun bete ich einfach, dass es am Dienstag dann positive Neuigkeiten gibt und das Warten ein Ende hat.

May 24, 2012

-530-


Ich habe heute in der Therapie lange über meine derzeitige Situation gesprochen und vor allem auch über meine chaotischen Beziehungen.

"Ganz ehrlich, ich denke Sie sollten sich selbst eine Zeit lang Abstinenz von der Männerwelt verordnen und sich erstmal um sich selbst kümmern und sich auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist. Ihre Karriere bzw. ihr Studium. Sie haben derzeit so viel vor sich, da brauchen Sie nicht noch mehr Probleme. Kümmern Sie sich um sich, nur so können Sie jemand werden. Und Sie werden als Person viel mehr respektiert, wenn Sie auch Nein sagen können.
So wie ich sie kenne, sind sie jemand, der sich viel zu schnell um den Finger wickeln lässt, dabei haben Sie das gar nicht nötig. Sie sind so eine wunderbare Frau, sie haben es gar nicht nötig, mit dem Finnen ins Bett zu gehen. Dafür kann er sich jemand anderen suchen. Auch, wenn es leicht gesagt ist, schauen sie nach sich und nach niemand anderem. Das ist jetzt das, was wichtig ist, damit es Ihnen besser geht.
"

Und sie hat Recht.
Das mit dem Lieblingsfinnen entwickelt sich derzeit sowieso nicht so toll. Wir mögen uns nach wie vor, aber es fehlt die Zeit, sich wirklich zu unterhalten und ich höre kaum noch von ihm, was ich mir natürlich anders wünschen würde, aber nun erstmal so akzeptieren muss. Im August werden wir uns dann sicher trotzdem treffen und wir werden sicherlich auch Freunde sein, aber vermutlich tatsächlich erstmal nur das.

Denn es stimmt. Vielleicht denke ich wirklich viel zu oft, ich könnte jemanden nur mit Sex ködern oder könnte ihn dazu bringen, sich in mich zu verlieben, wenn ich mit ihm schlafe. Aber das ist Schwachsinn.
Ich bin niemand, der einfach so mit jemandem ins Bett gehen kann, ohne Gefühle für ihn zu haben und egal, wie oft ich mir sage, dass es unverbindlich ist und wir einfach nur Spaß haben wollen.. ich würde früher oder später Gefühle entwickeln. Und dann finge das Chaos wieder von vorne an. Ich würde mich wieder viel zu sehr an ihn hängen, würde mir pausenlos Gedanken machen, wenn er sich nicht meldet (was ich ja teilweise jetzt schon tue) und wäre ständig schlecht drauf, wenn etwas nicht gut läuft.
Wenn er mich als Mensch mag, dann wird er mich auch schätzen, wenn ich nicht mit ihm ins Bett gehe, vielleicht sogar umso mehr. Ich muss nicht immer zu allem "Ja" sagen, nur damit man mich mag.

In erster Linie will ich in Finnland meinen Traum leben, ich will glücklich sein und ich will, dass es mir gut geht. Wenn ich mich jetzt wieder unbedacht in irgendetwas hineinstürze, dann wäre das nicht gut.
Und es stimmt, ich habe es nicht nötig, "nur" eine Freundin mit gewissen Vorzügen zu sein. Das können andere machen, so bin ich nicht. Damit will ich nicht sagen, dass es generell etwas Verwerfliches ist, das ist es nicht - aber der Punkt ist, dass es eben nichts für mich ist.

Ich muss mich tatsächlich erstmal auf mich konzentrieren. Ich komme gerade aus einer völlig chaotischen Beziehung und jetzt steht vielleicht ein Studium an und ein neues Leben in einem ganz anderen Land. Ich will Freunde finden, ich will weggehen und Spaß haben und nicht gleich wieder wegen irgendwelcher Depressionen das Beste verpassen.
Ich will nach mir schauen und nur das tun, was für mich gut ist. Ich will besser auf mein Herz aufpassen.

May 23, 2012

-529-

But you can’t get away from yourself. You can’t decide not to see yourself anymore.
You can’t decide to turn off the noise in your head.


Ganz, ganz blöder Tag und ganz, ganz schlechte Laune. Morgen Therapie und ich fürchte, auch das wird nicht viel besser werden.
Aber zumindest ist da die Hoffnung, dass es am Samstag besser wird und es dann einen Grund zur Freude gibt. Bitte?
Ich setze alles auf eine Karte.

May 22, 2012

-528-


Ich muss mich immer wieder selbst daran erinnern, positiv zu denken.
Ich bin derzeit so hibbelig und mache mir so viele Gedanken über die Zukunft und ob das alles so klappt, wie ich es mir vorstelle, dass ich leider viel zu oft in negative Gedankenmuster verfalle. Dann kreisen in meinem Kopf nur noch die Gedanken: Klappt das alles? Was, wenn ich keine Wohnung finde? Was, wenn ich nicht angenommen werde? Was, wenn ich mir das alles gar nicht leisten kann? Was soll ich dann machen?
Und dann geht es endlos weiter und mein Kopf gibt überhaupt keine Ruhe mehr.
Letztendlich bringt das alles ja aber gar nichts, denn Sorgen machen und Grübeln hilft mir hier kein bisschen weiter. Im Gegenteil.
Irgendwie glaube ich ja schon daran, dass positive Gedanken auch positive Folgen nach sich ziehen und dass die Dinge viel besser funktionieren, wenn man daran glaubt. Negatives Denken bringt überhaupt nichts, außer dass es einen runterzieht und aufhält.
Also: positiv denken. Egal, wie nervenaufreibend die Situation momentan ist, das wird schon.
Letzten Endes ist das hier alles ein riesengroßes Abenteuer und das gilt es in erster Linie zu genießen.